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Apple vs Garmin: Zehnkampf der Extremsportuhren - Golem.de - Golem.de

Apple Watch Ultra vs. Garmin Enduro 2: Golem.de stellt die zehn wichtigsten Unterschiede der beiden Sportuhren für Ausdauerathleten vor.

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Die Apple Watch Ultra und Garmin Enduro 2
Die Apple Watch Ultra und Garmin Enduro 2 (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Schon erstaunlich: Die Apple Watch Ultra und die Garmin Enduro 2 sind Sportuhren, die als Ausrüstung für Ausdauerathleten gedacht sind. Beide zeigen als wichtigstes Merkmal schlicht die Zeit, beide können die Herzfrequenz am Handgelenk und per GPS die Positionsdaten erfassen - und sogar der Preis ist ähnlich.

Dennoch fühlen sich Ultra (Test auf Golem.de) und Enduro 2 (Test auf Golem.de) im Alltag und beim Sport unterschiedlich an. Das hat nichts mit dem Design von Apple und Garmin zu tun, sondern mit ganz anderen Nutzungskonzepten.

Ein paar Gemeinsamkeiten: Beide sind wassergeschützt bis 100 Meter (10 ATM), beide verfügen über einen barometrischen Höhenmesser, über die gängigen Bewegungs- und Beschleunigungssensoren sowie über einen Kompass.

Allerdings hat nur die Sportuhr von Apple ein integriertes LTE-Modem, mit dem Telefonate und mobiler Datenverkehr auch ohne gekoppeltes Smartphone möglich sind.

Die Apple Watch Ultra ist 49 mm hoch und kostet rund 1.000 Euro. Die einzige verfügbare Gehäuseversion ist aus Titan gefertigt. Der Hersteller bietet neun Armbandversionen, die einzeln jeweils rund 100 Euro kosten. Das Wearable funktioniert nur mit einem iPhone.

Die Garmin Enduro 2 (größerer Akku als die Fenix 7X, sonst baugleich) setzt auf ein 51 mm großes Kompositgehäuse aus Titanlünette und faserverstärktem Polymer. Der Preis liegt bei rund 1.100 Euro, der Verpackung liegen je ein schwarzes Nylon- und ein Silikon-Armband bei. Sowohl Android als auch iOS werden unterstützt.

1. Akkulaufzeit und Ausdauermodus

Den größten Unterschied zwischen der Apple Watch Ultra und der Garmin Enduro 2 gibt es bei der Akkulaufzeit. Die Ultra kommt auf rund 36 Stunden, die Enduro 2 auf rund 34 Tage - mit Solarladung im Sommer sollen sogar bis zu 46 Tage möglich sein.

Bei GPS-Aktivitäten wie Laufen und Radfahren im Freien schafft die Ultra rund 12 Stunden, die Enduro 2 rund 110 Stunden (mit Basis-GPS). Die Angaben stammen von den Herstellern, wir halten sie für eher zu niedrig angesetzt. Die Ultra etwa hält bei uns im Smartwatch-Modus eher noch 5 bis 10 Stunden länger.

Im Alltag fühlt sich der dramatische Unterschied nur halb so wild an. Die Ultra legen wir morgens oder abends beim Duschen für ein halbes Stündchen auf den Ladepuck, dann ist der Akku für die nächsten ein bis zwei Tage gefüllt.

  • Bei Apple Watch Ultra und Garmin Enduro 2 können wir über das Zifferblatt per Touch weitere Infos aufrufen. (Foto: Steinlechner / Golem.de)
Bei Apple Watch Ultra und Garmin Enduro 2 können wir über das Zifferblatt per Touch weitere Infos aufrufen. (Foto: Steinlechner / Golem.de)

Die Garmin legen wir irgendwo im Badezimmer ab. Der Ladestecker ist etwas fummelig anzubringen - das würden wir nicht täglich haben wollen.

Wichtig für Athleten: Beide Uhren bieten einen Ausdauermodus für Outdoor-Aktivitäten, in denen die GPS-Positionsdaten weniger häufig und bei der Ultra auch die Herzfrequenz seltener ermittelt werden.

Die Apple-Uhr schafft dann nach offiziellen Angaben 17 Stunden (eher mehr), das Wearable von Garmin soll auf 264 Stunden kommen. Die Daten von Garmin sind in diesem Modus wesentlich präziser als die von Apple: Bei einem 10-Kilometer-Lauf fehlt bei der Ultra durchaus ein halber bis ein ganzer Kilometer; Details zeigen Bilder in unserer Galerie.

Gewinner: Auch wenn der Akku der Apple Watch Ultra im Alltag dank des komfortablen und schnellen Ladens kein großes Problem ist, geht die Garmin Enduro 2 als klarer Sieger aus dem Ausdauerrennen.

2. Bedienung

Beide Uhren setzen auf eine Mischung aus Tasten und Touch. Die Apple Watch Ultra bietet als Spezialität eine große drehbare Digitalkrone, außerdem gibt es eine orangefarbene Aktionstaste. Die Garmin Enduro 2 verfügt über fünf Tasten sowie über Touch.

Durch diese Bedienungselemente ergeben sich sehr unterschiedliche Nutzungserlebnisse. Vereinfacht gesagt: Die Apple Watch wird über Symbole gesteuert, meist führen verschiedene Wege zum Ziel. Das Herumspielen mit dem Ding macht viel Spaß.

Allerdings kann man sich stellenweise leicht vertun. Die Symbole für die Trainingsarten etwa sehen alle fast gleich aus, was leider zu Verwechslungen führt. Morgens mal schlaftrunken auf "Spaziergang" statt auf "Laufen" getippt - wenig später ärgert man sich.

Die Menüs der Enduro 2 schrecken erst ab, die Lernkurve für Einsteiger ist lang. Dafür merkt man nach und nach, dass die Optionen und Infos logisch und sinnvoll angeordnet sind. Die Touch-Funktion kann jederzeit durch das Drücken von zwei gegenüberlegenden Tasten ausgeschaltet werden - klasse!

Wichtig für Athleten: Bei der Apple Watch Ultra kann es schneller zu Fehleingaben kommen. Für das versehentliche Beenden einer Sporteinheit reicht ein fehlerhafter Touch aus. Bei der Enduro 2 müssen Tasten gedrückt werden, was derartige Pannen einigermaßen gut verhindert. Die Ultra kann nur theoretisch mit Handschuhen bedient werden, mit den Tasten der Enduro 2 klappt das ordentlich.

Gewinner: Die Bedienung der Ultra ist Apple-Watch-typisch ein Vergnügen. Dafür lässt sich die Enduro 2 nach Eingewöhnung sehr gut mit Tasten steuern, die Gefahr von Fehleingaben ist niedriger. Als Sportuhr sehen wir das Gerät von Garmin vorne.

3. Daten und Aktivitäten

Beim Aufzeichnen von GPS-Positionsdaten und der Herzfrequenz sind uns keine Unterschiede aufgefallen. Wenn wir beispielsweise joggen, melden sich die beiden Uhren fast immer im gleichen Moment mit ihrem Signal zur Kilometer-Marke.

Beide liefern in Echtzeit unsere Leistung in Watt beim Laufen, und zwar ohne weitere Hardware. Die Werte unterscheiden sich stark und werden offensichtlich jeweils anders berechnet. Wir trauen uns keine Aussage zu, welche Leistungsangabe wir überzeugender finden. So etwas wie einen Standard gibt es nicht.

Speziellere Daten wie die Herzfrequenzvariabilität sind bei Apple in den Menüs von Health versteckt. Bei Garmin ist diese Kurve auf den ersten Blick sowohl auf der Uhr als auch in der App gut sichtbar.

Die Schlafanalyse der Ultra finden wir viel besser als die von Garmin. Bei der Enduro 2 werden immer wieder spätabendliche Spaziergänge mit den Hunden als Tiefschlaf erfasst, bei Apple stimmen die Einschlaf- und Aufwachzeiten fast immer auf die Minute genau. Allerdings können wir die Daten bei Garmin manuell editieren, was bei Apple nicht möglich ist.

Die Laufen-App von Apple liefert ein paar sinnvolle Daten, die es bei Garmin nicht gibt - etwa die vertikale Oszillation und die Bodenkontaktzeit. Garmin-Exklusiv gibt es eine Schätzung der restlichen Stamina (Ausdauer), die für Langstreckenläufer durchaus interessant ist. Für Einsteiger sind all diese Spezialdaten nicht sehr viel mehr als einen Blick wert.

Wenn wir nicht laufen, erfassen die meisten Trainingsarten-Apps der Ultra nur allgemeine Informationen über Puls und Position, während die Enduro 2 speziell angepasste Daten aufzeichnet. Bei Garmin-Krafttrainings etwa können wir die Wiederholungen zählen, bei Apple nicht. Soweit wir wissen, überarbeitet Apple die Apps nach und nach - gerade erst gab es spezielle Anpassungen für Kickboxen.

  • Die Rückseite der Ultra liegt etwas geschmeidiger am Handgelenk als die Enduro 2. (Foto: Steinlechner / Golem.de)
Die Rückseite der Ultra liegt etwas geschmeidiger am Handgelenk als die Enduro 2. (Foto: Steinlechner / Golem.de)

Die Apple Watch Ultra bietet eine sehr aufwendige kostenpflichtige App namens Oceanig+, die alle wichtigen Funktionen eines Tauchcomputers bieten soll. Das kostet rund 1,20 Euro/Tag oder rund 10,50 Euro/Monat.

Auf der Enduro 2 finden wir so etwas nicht, dafür bietet Garmin mehrere Taucheruhren. Wir Leichtmatrosen können nicht beurteilen, was die jeweils taugen.

Wichtig für Athleten: Beide Uhren bieten eine spezielle App für Triathleten. Bei Apple heißt sie "Kombinationssport", bei Garmin "Triathlon". Apple bietet wahlweise automatische oder manuelle (Aktionstaste) Übergänge, was laut Berichten in Foren ganz gut klappt.

Gewinner: Wer vor allem läuft und Fahrrad fährt, wird im Alltag keine großen Unterschiede feststellen - und sich über die bessere Schlafanalyse der Ultra freuen. Dennoch sehen wir momentan die Enduro 2 wegen der besser an spezielle Sportarten angepassten Apps vorne.

4. Design und Tragekomfort

Wir hätten nach dem Tragen der beiden Sportuhren jede Wette angenommen, dass die Ultra viel leichter als die Enduro 2 ist - und verloren. Tatsächlich kommt das Gehäuse von Apple auf 61,3 Gramm und das von Garmin auf fast gleiche 64 Gramm.

Die Ultra ist mit einer Breite von 44 Millimetern schlanker als die Garmin mit 51 Millimetern, vor allem aber etwas dünner: 14,4 Millimeter statt 15,6 Millimeter. Das merkt man durchaus im Alltag. Eine Besonderheit der Enduro 2 ist eine eingebaute Taschenlampe an der Vorderseite, die im Alltag erstaunlich praktisch ist - Stichworte: Piratenhöhlen, Hotelzimmer bei Nacht, Hundehäufchen.

Bei der Ultra steht die Linse mit den Sensoren für die Pulsmessung weniger kantig hervor. Beim Ablegen sind jedenfalls kaum Abdrücke zu sehen, während die Enduro 2 deutliche Spuren hinterlässt.

Wichtig für Athleten: Für die Enduro 2 gibt es eine breite Palette an Silikonbändern, die nach dem Sport sehr einfach gereinigt werden können. Bei der Ultra liegt der Fokus auf Stoffbändern, die nach dem Waschen erst trocknen müssen - was allerdings recht flott geht. Das Silikonband für Taucher ist sehr dick und nur für starke Handgelenke geeignet.

Gewinner: Dieser Punkt geht unserer Auffassung nach an Apple, denn im Alltag und beim Sport finden wir die Ultra wegen der wunderbar geschmeidigen Rückseite und der geringeren Bauhöhe angenehmer. Bei Laufeinheiten drückt die Enduro 2 gefühlt stärker aufs Handgelenk.

Dennoch würden wir im Zweifel nach dem persönlichen Geschmack gehen. Die Enduro 2 sieht an dünnen Handgelenken groß aus, was nicht jedem gefällt. Dafür ist das Design zeitloser.

5. Display

Bei der Apple Watch Ultra kommt ein AMOLED-Panel mit einer Leuchtstärke von bis zu 2.000 Nits zum Einsatz - doppelt so viel wie bei der normalen Apple Watch. Auch in strahlender Herbst- und Wintersonne konnten wir es immer problemlos ablesen. Das Display verfügt über eine Größe von 1,92 Zoll (410 x 502 Pixel) und bietet sehr gutes Always-on, das auch in Dämmerung und Dunkelheit hervorragend zu erkennen ist.

Die Enduro 2 hat ein 1,4 Zoll großes, transflektives Memory-in-Pixel-Display mit einer Auflösung von 280 x 280 Pixeln. Es ist immer an, aber in Dunkelheit und Dämmerung nur mäßig bis nicht ablesbar - sofern nicht per Taste oder aktivierbarer Geste eine Hintergrundbeleuchtung einspringt.

Bei Sonneneinstrahlung ist es wegen eines reflektierenden Hintergrundes erstklassig zu erkennen - je mehr, desto besser. Diese Art von Display benötigt sehr wenig Energie.

Wichtig für Athleten: Die Ultra ist eigentlich immer gut ablesbar, aber nur mit Always-on. In den Stromsparmodi wird das Display abgeschaltet, die Aktivierung per Touch oder Geste klappt hervorragend.

Bei Garmin kann die Hintergrundbeleuchtung abhängig vom automatisch ermittelten Sonnenuntergang per Geste eingeschaltet werden, was beim Sport in Dämmerung und Dunkelheit praktisch ist.

Gewinner: Das Display der Apple Watch Ultra sieht schöner aus und ist im Alltag besser zu erkennen. Deshalb sehen wir hier Apple trotz der Akkuproblematik durch das helle Panel im Vorteil.

6. Externe Anwendungen

Eine Stärke der Apple Watch Ultra ist die enge Anbindung an das Ökosystem von Apple, weshalb es ein riesiges Angebot an Apps von externen Entwicklern gibt - auch in Sachen Sport. Einige Anwendungen kompensieren Schwächen der Ultra: Workoutdoors (einmalig rund 8 Euro) etwa bietet unter anderem Offline-Navigation; dazu später mehr.

Athlytic und Gentler Streak analysieren die Daten von Apple Fitness und Health auf übersichtliche Weise. Allerdings kostet das. Für die letztgenannten Apps sind Abos nötig - einmal 25 und einmal 32 Euro im Jahr (es gibt keine kürzeren Laufzeiten).

Auch Garmin unterstützt externe Entwickler über ein Angebot namens Connect IQ. Es bietet wesentlich simplere Anwendungen, nur wenige stammen von bekannten Firmen - am prominentesten dürfte ein Datenfeld von Strava mit Leistungsdaten sein.

  • Die Enduro 2 kann ihre Pulsdaten an die Apple Watch Ultra schicken. (Foto: Steinlechner / Golem.de)
Die Enduro 2 kann ihre Pulsdaten an die Apple Watch Ultra schicken. (Foto: Steinlechner / Golem.de)

Die Anwendungen kosten nichts, es gibt noch nicht einmal eine Kaufoption. Besonders beliebt sind Zifferblätter, die aber teils einen etwas höheren Energieverbrauch als die Displays von Garmin haben.

Wichtig für Athleten: Momentan ist kein Anbieter etwa von Analyse-Apps auszumachen, der sich als Standard etabliert. Allerdings nutzen alle Anwendungen als Frontend die Daten von Health und der Watch, so dass ein Wechsel momentan recht unkompliziert ist.

Gewinner: Die Apple Watch Ultra liegt bei der Verfügbarkeit von Apps vorne, es gibt viele hervorragend gemachte Anwendungen. Connect IQ von Garmin ist eine sympathische Sache, aber im Vergleich allein schon in den technischen Möglichkeiten zu eingeschränkt.

7. Externe Sensoren

Mit der Ultra können wir per Bluetooth externe Herzfrequenzsensoren koppeln - sogar die Enduro 2 lässt sich als ein solcher Sender verwenden. Umgekehrt klappt das nicht, die Ultra kann die Herzfrequenz nur unter bestimmten Bedingungen an andere Geräte im Fitnessstudio übertragen.

Diese müssen eine API namens Gymkit von Apple unterstützen, was durchaus einige Sportgeräte machen. Das bekannteste Beispiel dürften die Bikes von Peloton sein.

Die Enduro 2 kann nicht nur die Herzfrequenz über Bluetooth senden, sondern auch mit dem Standard ANT+ arbeiten. Es gibt keine wichtigen Einschränkungen, die Verbindungsaufnahme klappt im Normalfall sofort. Mit dem Rad von Peloton muss man ein paar Tasten mehr drücken als mit der Ultra, dann lässt sich aber auch hier die Pulsinformation übertragen.

Wichtig für Athleten: Wie angedeutet, kann die Apple Watch Ultra keine Daten von Power Metern (Fahrrad) empfangen, und selbst auch keine Pulsdaten auf Fahrrad-Computer übertragen. Das ist für Rennradler und Triathleten ein großer Nachteil!

Gewinner: Die Garmin Enduro 2 liegt hier vorne, weil sie mehr oder weniger vollen Datenaustausch mit externem Zubehör bietet. Nur bei Geräten im Fitnessstudio, die möglicherweise schon Gymkit von Apple verwenden, klappt das nicht.

8. Navigation

Die Apple Watch Ultra kann keine Navigation auf Basis vorgefertigter Kurse. Gemeint ist, eine Wanderung oder einen Rundkurs per GPX-Dateien auf das Wearable zu übertragen und sich dann automatisch leiten zu lassen. Ebenso wenig gibt es Offline-Navigation.

Aber: Mit der schon genannten App Workoutdoors ist beides doch möglich. Allerdings ist die App unübersichtlich gestaltet. Die Navigation verwendet kein echtes Routing, sondern zeigt lediglich Position und zurückgelegte Strecke auf einer Karte. Dafür ist der Datenexport und -import hervorragend aufbereitet.

Wahlweise kann man sich von Apples Kartenanwendung bei Datenempfang auf kürzestem Weg zu einem Ziel leiten lassen - was man als Sportler aber oft gerade nicht will. Für Notfälle gibt es eine überkomplexe neue Kompass-Backtracking-Funktion, auf die wir bitte nie angewiesen sein wollen.

Auf der Enduro 2 finden wir topografische Offline-Karten, für die wir bei Garmin oder anderen Anbietern wie Komoot mit wenig Aufwand GPX-Kurse basteln und sie auf die Uhr übertragen können. Es gibt echtes Routing, also mit Abbiegehinweisen. Sogar das Anlegen von Kursen auf der Uhr ist möglich, wenn auch ziemlich umständlich.

Wichtig für Athleten: Wer noch nie eine Armbanduhr zur Navigation verwendet hat und nicht sicher ist, ob das kleine Display ausreicht, sollte dem eine Chance geben. Speziell Laufen mit nichts als einer Uhr und trotzdem mit Karten kann viel Spaß machen.

Gewinner: Eindeutig die Garmin Enduro 2. Die fehlende Unterstützung von vorgefertigten Strecken ist die vielleicht größte Schwäche der Apple Watch Ultra. Wir rechnen damit, dass der Hersteller hier früher oder später nachbessern muss.

9. Notruf und Unfallerkennung

Wenn es zu einem Unfall oder einem Sturz kommt, können beide Sportuhren für Hilfe sorgen, und zwar über einen manuell ausgelösten Notruf oder die automatische Unfallerkennung. Die Ultra bietet hier dank Mobilfunk besonders viele Möglichkeiten - auch ohne gekoppeltes Smartphone.

  • Der Ausdauermodus der Ultra misst GPS und Puls nur alle paar Augenblicke.(Bild: Strava / Screenshot: Golem.de)
Der Ausdauermodus der Ultra misst GPS und Puls nur alle paar Augenblicke.(Bild: Strava / Screenshot: Golem.de)

Die Einrichtung der Kontakte ist einfach, im Idealfall erledigt man das beim Set-up der Uhr nebenbei. Mit der Aktionstaste lässt sich für besondere Notsituationen eine recht laute Sirene einrichten, um Passanten auf sich aufmerksam zu machen.

Auf der Enduro 2 gibt es keine Sirene, das Einrichten der Notfallhilfe ist minimal komplizierter. Außerdem muss immer ein Smartphone gekoppelt sein. Abgesehen von der Unfallhilfe gibt es eine Funktion namens Live Track, mit der man seine Position in Echtzeit mit anderen teilen kann - auch wenn nichts passiert ist.

Wichtig für Athleten: Wir können keine wirkliche Aussage darüber treffen, wie gut die Unfall- und Sturzerkennung der beiden Geräte in der Praxis funktioniert.

Gewinner: Allein wegen der Möglichkeit, einen Notruf auch ohne Smartphone abzusetzen, sehen wir die Apple Watch Ultra hier im Vorteil.

10. Ökosystem

Für die Apple Watch Ultra gibt es drei wichtige Apps, alle stehen nur auf dem iPhone (nicht iPad) zur Verfügung: Fitness, Watch und Health. Das macht es nicht einfach, die durchaus vorhandenen Informationen über den eigenen Gesundheits- und Trainingsstatus zu finden.

Die genannten Apps von externen Entwicklern können hier helfen. Überhaupt gibt es bei Apple für die Ultra ein riesiges, aber schwer überschaubares Angebot.

Es finden sich Lücken: Beispielsweise kennen wir keine Möglichkeit, Ausrüstung unkompliziert mit Aktivitäten zu verknüpfen, um etwa die mit Laufschuhen zurückgelegte Gesamtstrecke im Auge zu behalten.

Garmin ist mit seiner App namens Garmin Connect stark auf Sport fokussiert - auch wenn es auf der Enduro 2 inzwischen sogar ein einfaches Widget zum Abrufen von Aktienkursen gibt. Nennenswerte Lücken bei Sport und Fitness fallen uns nicht ein, die Sache mit der Ausrüstungsverwaltung ist vorhanden.

Wichtig für Athleten: Wir rechnen damit, dass sich das Angebot an Software im Ökosystem für Sportler in den kommende Monaten und Jahren spürbar ändern wird. Spannend wird vor allem, was Apple selbst in WatchOS verbessert. Bei Garmin erwarten wir keine vergleichbar großen Umstellungen.

Gewinner: Wir finden das Ökosystem von Garmin sehr gut. Dennoch halten wir die Apple Watch Ultra wegen der größeren Möglichkeiten in allen Bereichen für den Gewinner in dieser Kategorie. Die Health- und Fitness-Apps haben sehr viel noch nicht genutztes Potenzial.

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