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M.2 SSD im Hands-on: Playstation 5 mit mehr Speicher ausstatten - Golem.de - Golem.de

Der interne Massenspeicher der Playstation 5 ist schnell voll. Golem.de hat eine SSD von Corsair mit 2 TByte in die Sony-Konsole eingebaut.

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MP600 Pro LPX von Corsair
MP600 Pro LPX von Corsair (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Das Actionspiel Call of Duty - Black Ops Cold War hat auf der SSD der Playstation 5 zeitweise mehr als 200 GByte belegt, Destiny 2 kam vorübergehend auf mehr als 100 GByte. Inzwischen haben die Entwickler zwar dafür gesorgt, dass die beiden Titel etwas weniger Platz benötigen - aber dennoch: Wer mehr als eine Handvoll Games auf der Konsole installiert haben möchte, muss haushalten.

Die Verkaufsversion der Playstation 5 verfügt über eine 825 GByte große SSD, auf der nach Abzug von Betriebssystem und ein paar Extras rund 670 GByte für Games zur Verfügung stehen. Wem das zu wenig ist, für den ist ein weiterer Massenspeicher die Lösung.

Der Einbau wirkt auf den ersten Blick nicht ganz einfach. Das gilt vor allem dann, wenn man die Speichererweiterung der Xbox Series X/S kennt: Bei der Konsole von Microsoft müssen wir lediglich eine Steckkarte in die proprietäre Buchse auf der Rückseite schieben - das war es dann auch schon.

Bei der Playstation 5 müssen wir die Gehäuseabdeckung öffnen und einen externen Massenspeicher einschieben - das schreckt ab, ist in der Praxis dann aber auch schnell erledigt. Viel wichtiger ist, dass wir auf die genauen Spezifikationen achten: Die SSD muss vom Typ M.2 NVMe-SSD sein.

Erlaubt sind Modelle bis zu einer Länge von 110 Millimetern (also M.2-2230 bis M.2-22110) sowie mit einer Breite von maximal 25 Millimetern und einer Höhe von 11,25 Millimetern. Der neue Speicher muss dem Standard PCI Express 4.0 entsprechen und Lesegeschwindigkeiten von mindestens 5.500 MB/s erlauben.

Im Handel kosten kompatible SSDs um die 150 Euro für 1 TByte. Wir haben ein Modell von Corsair mit der Bezeichnung MP600 Pro LPX mit einer Größe von 2 TByte ausprobiert - im Handel kostet diese Version rund 340 Euro.

Alternativ ist die SSD auch mit 500 GByte, 1 TByte und 4 TByte verfügbar; noch größere Konfigurationen unterstützt die PS5 nicht. Hersteller wie Western Digital und Seagate bieten ähnliche SSDs mit ähnlichen Spezifikationen und Preisen an.

Corsair MP600 Pro LPX
Kapaziät 2 TByte
Formfaktor M.2 2280
Interface NVMe PCIe Gen4 x4
Controller Phison PS5018-E18
NAND 3D TLCMicron B47R
DRAM Cache 2048 MByte
Verschlüsselung AES 256-bit
Total Bytes Written (TBW) 1,400
MTBF 1,6 Millionen Stunden
Dev. Slp. Power 5mW
Average Active Read / Write 8,3 Watt / 8,5 Watt
Größe 23mm x 80mm x 11mm
Sequential Read (CDM) Max. 7,100 MB/s
Sequential Write (CDM) Max. 6,800 MB/s
4KB Random Read Max. 1 M IOPS
4KB Random Write Max. 1,2 M IOPS
Betriebstemperatur 0 bis 70 Grad Celsius
Handelspreis (Stand Ende April 2022) rund 340 Euro
Datenblatt Corsair MP600 Pro LPX

Die SSD von Corsair ist für etwas weniger Geld auch mit anderer Modellbezeichnung (MP600 Pro XT) ohne Kühlkörper erhältlich. Sony weist ausdrücklich darauf hin, dass man die Kühlung grundsätzlich auch selbst auf der SSD anbringen könne. Dann sollte man aber wirklich wissen, was man tut, um Schäden an der Karte durch Überhitzung sicher zu verhindern.

Den Slot für unseren neuen Massenspeicher finden wir etwas versteckt an der Konsolen-Unterseite. Um ihn zu erreichen, muss das Seitenteil abgenommen werden: einfach in Richtung des schmalen Standbodens schieben und ein bisschen ruckeln.

Dann muss noch eine schmale Blechabdeckung neben dem Lüfter entfernt werden, wofür ein einfacher Kreuzschraubenzieher ausreicht. Dann entfernen wir die kleine Schraube mit dem Abstandshalter, stecken die SSD seitlich ein und fixieren sie mit den beiden gerade genannten Kleinteilen.

Wir sind übrigens ganz froh, dass wir mit der MP600 Pro LPX ein Modell haben, das vom Hersteller auf die Playstation 5 angepasst wurde. Karte und Kühlkörper passen genau in den Schacht - da klemmt und wackelt nichts. Wenn wir uns da selbst etwas gebastelt hätten, wäre das vermutlich anders.

Nachdem wir alles wieder zusammengebaut haben, schalten wir die Konsole ein. Sie fordert uns auf, den neuen Speicher zu formatieren und die Einrichtung abzuschließen - nach ein paar Bestätigungen ist das erledigt.

Wir haben aus Neugier übrigens auch eine nicht den Spezifikationen entsprechende SSD eingebaut. Das hat die PS5 sofort erkannt: Wir konnten die Konsole dann gar nicht verwenden, sondern mussten sie ausschalten und den Speicher entfernen, bevor wir neu starten konnten.

Bei unserer kompatiblen SSD von Corsair zeigt die Playstation 5 nach dem Formatieren sogar die gemessene Lesegeschwindigkeit an: genau 5.616,95 MB/s sollen es sein, also etwas mehr als die Mindestanforderungen.

Eingebaute SSDs werden auf der Playstation 5 immer als zweiter Speicher angezeigt und verwaltet. Es ist also nicht möglich, eine einzelne große Partition zu erstellen.

Über weitgehend selbsterklärende Menüs können wir immerhin bestimmen, auf welchem der beiden physikalischen Speicher ein Spiel beim Herunterladen installiert wird - diese Vorgabe lässt sich jederzeit wieder ändern. Auf Savegames und ähnliche Daten müssen wir dabei keine Rücksicht nehmen, das macht die PS5 automatisch.

Außerdem ist es über das kontextsensitive Menü (Optionentaste) problemlos möglich, ein Spiel von der internen SSD auf den eingebauten Speicher zu verschieben und umgekehrt. Damit können wir etwa dafür sorgen, dass möglichst wenig freier Speicherplatz als Rest übrig bleibt.

Obwohl die SSD von Corsair schneller ist als die Mindestvorgaben von Sony und damit die Hoffnung besteht, dass sie flotter arbeitet als der eingebaute PS5-Speicher, haben wir in der Praxis keine Unterschiede festgestellt - obwohl wir absichtlich Games mit besonders langen Ladezeiten ausgewählt haben, bei denen sich Unterschiede noch am ehesten messen lassen müssten.

  • Diese Blechabdeckung müssen wir entfernen, um an den Schacht für die SSD zu gelangen. (P. Steinlechner/Golem.de)
Diese Blechabdeckung müssen wir entfernen, um an den Schacht für die SSD zu gelangen. (P. Steinlechner/Golem.de)

Sowohl bei GTA 5 (rund 25 Sekunden vom Auswahlmenü bis in die Kampagne) als auch bei Assassin's Creed Valhalla (rund 22 Sekunden von Fortsetzen ins Spiel) und bei Dying Light 2 (knapp 33 Sekunden von Fortfahren ins Spiel) waren für uns keine Unterschiede feststellbar.

Die MP600 Pro LPX von Corsair kostet in einer Größe von 2 TByte rund 340 Euro. Die Version mit 500 GByte kostet knapp 100 Euro, für 1 TByte sind 160 Euro und für 4 TByte rund 900 Euro fällig. Alle Modelle sind kurzfristig im Handel verfügbar.

Fazit

Wer über eine zusätzliche SSD für seine Playstation 5 nachdenkt, sollte sich nicht vom vermeintlich komplizierten Einbau abschrecken lassen. Das relativ gesehen Schwierigste ist tatsächlich das Abziehen des Seitenteils - und selbst das schafft jeder, der entschlossen genug an die Sache herangeht.

Mit der Corsair haben wir nur positive Erfahrungen gemacht. Der Kühlkörper und die Verarbeitung wirken sehr hochwertig, die Leistungsdaten stimmen. In den nächsten paar Jahren müssen wir uns hoffentlich nicht, oder zumindest kaum noch, mit dem Thema Dateigrößen bei PS5-Spielen beschäftigen.

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